Texte

… Als Ausgangspunkt für ihre Erkundungen dienen der Künstlerin hierbei bisweilen konkrete Raum-Erfahrungen, die sich in ihren Werktiteln niederschlagen. Sie folgen jedoch weniger einer Systematik als lose Assoziationsstränge, an die der Betrachter wiederum eigene Impressionen knüpfen kann. In einem Kunstraum angebracht verketten Abuschenkos Papierobjekte diesen visuell mit dem heraufbeschworenen Kontext ihrer Entstehung. Sie garantieren somit eine Überblendung zweier Welten, die miteinander unterschwellig in stete Reibung geraten und eine Sphäre beschwören, die weder dem einen noch dem anderen Ort dauerhaft zugewiesen werden kann. Ein Schwebezustand des Betrachters, in dem sich, ständig bewegt, das vollzieht, was vielleicht als Abuschenkos größte Leistung verbucht werden kann: das Ausloten von Räumen als spielerische Rekreation des Imaginären.
Tobias Kämpf (Katalog, Papierarbeiten, 2008 Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus)

… It is evident in this respect that she often works simply with paper. Paper the first place of disegno (drawing), paper the location of first thoughts, paper upon which we write, paper upon which we print our books, paper which for many hundreds of years has been the first site of creative human expression. … It will be noticeable immediately therefore that her works are on a small scale in which the forms are minimal and reduced to constructed essentials, and we are drawn in to look closely at their visual contents, to move our bodies toward them and engage intimately with the work. They are works of presence…

A second aspect of Ina Abuschenko-Matwejewa’s work is that of spatial extension, the component elements while they derive from a background of painting and graphics, they at the same time alter their initial sense of flatness by creating subtle relief-like spatial extensions. This dialectic of painting and sculpture is a central characteristic of modernism and constantly in her work. … Her concern is with subtle shifts of space whence she uses colour it is not that of a skin applied to a surface, as might be the case with a minimalist object, but is as an extension to the constructivist idea that (apart from the fact that colour is always dependent on light) colour can add to the optical plasticity of the thing as it is seen. Abuschenko-Matwejewa’s can be said to mirror and reflect many contemporary modernist concerns as regards the obfuscated boundaries between painting and sculpture.”

Mark Gisbourne, 2011 (zur Ausstellung Contact, Produzentengalerie M. / Potsdam)

… Die Pop Art, der Fotorealismus, eine neue Romantik, neue alte Formen der Abstraktion, die Monochromie, die Konzeptkunst, ein wieder aufkommender Expressionismus, das Neo-Informel, eine neue Farbfeldmalerei. Das könnte verheißen: „In einem scheinbar sinnlosen Akt dem Zwang der Nutzanwendung entkommen.“ (Soulpault) Dem liegt der Gedanke zugrunde, den Gedanken einer Aufgabe mit dem des Scheiterns zu verknüpfen, dass wir zuerst nur Fragen erleben und erst danach diese Fragen vor uns liegen. „Komm ins Offene, Freund…“ oder Freundin, dies, weil es keine andere Antwort als die Frage selber gibt…“ (H. Broch). Als Bevorzugte gilt seit Jahren für mich Ina Abuschenko-Matwejewa.

Rolf Szymanski, Februar 2002 (zur Ausstellung in der Akademie der Künste Berlin)

Publikationen

Der BildZyklus „Schattenmänner“ von 2014 ist zusammen mit einem Text aus dem Liederzyklus „Die Kriminellen der Frau A.“ der Schriftstellerin Tanja Langer in der Zeitschrift für Worte, Bilder, Klang „Rhein!“ erschienen.